Nachhaltige Hilfe in guter Gesellschaft – das Stiftertreffen im Jubiläumsjahr

Am 29. und 30. August fand in der Malteser-Kommende in Ehreshoven das 8. Stiftertreffen statt. Leitthema der Veranstaltung war Nachhaltigkeit – in Entwicklungshilfe ebenso wie in der Geldanlage. Besonders aufrüttelnd dabei der Appell von Eckart von Hirschhausen : „Nehmen Sie Einfluss!“

Ankommen, Kennenlernen, Wiedererkennen bei Kaffee und Kuchen in leicht tropischer Atmosphäre – was für viele der Teilnehmer eine schon liebgewonnene Routine ist, wirkte auf Neuankömmlinge wie die gemütlichste Version eines Familientreffens. Anschließend begrüßten Douglas Graf von Saurma-Jeltsch und Michael Görner sehr herzlich die gut 80 Gäste. Begleitet von ganz wunderbaren Klängen des Streichquartetts der Camerata Louis Spohr bedankte sich der Vorstand der Malteser-Stiftung für das Vertrauen und das persönliche Engagement der Stifterinnen und Stifter.

Das Gruppenbild zeigt die Stifterinnen und Stifter beim Treffen der Malteser Stiftung im August 2019 in Ehreshoven.

Absolutes Highlight des Stiftertreffens 2019 war der Vortrag von Dr. Eckart von Hirschhausen. Obwohl für die Fernsehsendung „Maybrit Illner“ angefragt, war Hirschhausen bei Maltesern zu Gast. Die 900 Jahre alte Organisation ist für ihn Beleg und Beispiel für weltumspannendes, nachhaltiges Handeln. Gemeinsam mit Dr. Felix Prinz zu Löwenstein sprach er über Grenzen des Wachstums und die Verantwortung von Organisationen wie auch jedes einzelnen. Damit lieferte er echte Aha-Momente: Dass Dürrekatastrophen und Infektionskrankheiten natürlich die Ärmsten treffen etwa. Oder dass zukünftig so viele Menschen wegen steigenden Temperaturen ihr Zuhause verlassen müssen, dass bisherige Flüchtlingswellen dagegen verblassen. Die wichtigste Erkenntnis: Klimaschutz und soziale Arbeit sind keine entgegengesetzten Pole, sondern eng miteinander verwandt.

Die Bedeutungsschwere des Themas verband er mit einem ganz freudigen Gedanken: Vermögen nicht ausschließlich monetär zu begreifen, sondern eher zu sehen, wo ein jeder Stifter vermag Einfluss zu nehmen und zu gestalten.

Geistig und körperlich gestärkt starteten die Stifterinnen und Stifter an Tag 2 mit einem Blick auf 15 Jahre Malteser-Stiftung. Stiftungsvorstand Michael Görner zeigte anhand sehr persönlicher Beispiele, wie die Hilfe wirkt: In Alexanders Familie hatte die lebensverkürzende Krankheit des Jungen das ganze Familienleben aufgezehrt – ein Familienhelfer begleitet die Familie nun, entlastet und stärkt das Miteinander. Oder Frau G., die das Haus nicht mehr verlässt, weil Krankheit und Armut sie einsam machen. Die Malteser bringen ihr nicht nur Lebensmittelpakete, sondern auch Zuwendung und Gespräche.  

Michael Görner wies aber ebenso auf die beeindruckende Entwicklung hin, die die Malteser-Stiftung und damit die Möglichkeit, Projekte zu unterstützen, genommen hat. So stieg das Kapital der Malteser- und ihrer Treuhandstiftungen auf 32 Mio. Euro. Damit konnten 2018 insgesamt über 740.000 Euro Stiftungserträge an soziale Projekte ausgeschüttet werden. Gelder, die Familien wie die von Alexander helfen oder Menschen wie Frau G. sehr konkret Tag für Tag unterstützen.

 

Die folgenden Vorträge griffen Bereiche auf, denen die Hilfe zugute kommt. So berichtete Roland Hansen von Malteser International über Projekte, die sich in Afrika mit Klimaschutz und Existenzsicherung zugleich befassen. Katharina Prinzessin von Croÿ von der Fachstelle Demenz stellte wirkungsvolle Hilfen für Betroffene und ihre Familien vor und erklärte, was Malteser-Krankenhäuser mit der Königin von Schweden zu tun haben (beide verfolgen mit der Ausbildung von Angehörigen und Fachpersonal das Ziel, einen demenziell Erkrankten bestmöglich zu begleiten und zu versorgen). Schließlich ein emotionaler wie aufschlussreicher Beitrag von Ruth Werthmann die mit „Lachen – glauben – helfen – lernen“ die Werte der Malteser Jugend umriss.

Viel Informationen, viele Gespräche und jede Menge Ideen für die Zukunft – diese Schlagworte fassen die zwei Tagen Stiftertreffen wohl am ehesten zusammen. „Ich habe das Treffen und insbesondere die Einblicke in die Arbeit der Malteser sehr interessant gefunden“, resümierte Stifter Heinrich Spohr, „gerade der Austausch miteinander macht die Treffen so interessant.“ Eben ganz im Sinne eines weiteren Gedanken Eckart von Hirschhausens: „Nächstenliebe beruht auf der Kenntnis des Nächsten.“


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